Einladung zur Eröffnung der Ausstellung GALIZIEN GALICIË mit Fotografien von Ton van Vliet – am Sonntag, 1. März um 15.00 Uhr!
Das GrenzBlickAtelier entführt diesmal die Besucher der Galerie nach Spanien – in eine vergangene Zeit. Gesichter, Nachbarn, Freizeit, Glück, Illusion. Und Landschaften. Gesehen durch die Augen des niederländischen Fotografen Ton van Vliet (Terborg, 1956).
In den 1980er Jahren fotografierte Ton van Vliet das Alltagsleben im Nordwesten Spaniens. Genauer gesagt: in und rundum Agolada, einer Gemeinde der Provinz Pontevedra in der spanischen Autonomen Region Galizien. Er schaffte es, sich einen Platz in der Gemeinschaft zu erobern und wurde als unscheinbarer Beobachter mit seiner Kamera akzeptiert. So konnte er Bilder von großer Intimität aufnehmen: in der Kirche, auf dem Land, im Café. Seine Arbeit gehört heute zum kulturellen Erbe Galiciens.
Die ländlichen Szenen sind verquickt mit Dorfansichten, Innenräumen, Ausdrucksformen der Volksreligiosität und den Menschen dieser Region. Es sind vielschichtige Porträts der damaligen Realität. „Ich hatte mehr oder weniger erwartet, eine keltische Kultur wie in Schottland vorzufinden, und genau das war es auch. Nette Menschen, eine wunderschöne Landschaft und ein wunderschönes Licht, ein Licht, das ich liebte. Das Licht war ganz anders als das, was ich aus den Niederlanden kannte”, erzählt Ton van Vliet. Er war zufällig nach Galizien gekommen und hatte in einer Straßenbar, gefragt wo er zelten könne. So landete er schließlich in Agolada, wohin er später immer wieder zurückkehrte.
Sein menschlich-empathischer Blick überwand die Distanz zwischen ihm als Fotoreporter und den dort lebenden Menschen. Er richtete sich auf die Gesichter und die landwirtschaftlichen Arbeiten. Aber er hatte auch ein Auge für Freude und Jugend: Feste, Wallfahrten, Picknicks und Cafés. Es sind Momentaufnahmen voller Wahrheit, die eine authentische Realität widerspiegeln und bis heute nichts von ihrer Kraft verloren haben.
Erst vor kurzem wurde bekannt gegeben, dass Ton van Vliets Archiv in das Museo Pobo Galiciia, das Volkskundemuseum, aufgenommen wurde. Das Museum öffnet die Bilder für Forschungszwecke und möchte Leben und Landschaft aus einer vergangenen Zeit für alle sichtbar machen. Für den Fotografen bedeutet es, dass auf diese Weise seine Arbeiten weiter bestehen können. Die Drucke der Ausstellung im GrenzBlickAtelier werden ebenfalls im Museum zu sehen sein.
Schon einige Jahre zuvor, in 2022, ist mit Ton van Vliets wunderschönen, atmosphärischen Fotos das von Verlag „A Central Folque“ herausgegebene Buch „O Pàlpito Interior“ (Herzklopfen) mit einem Text von Luisa Castro (Schriftstellerin und Direktorin des Instituto Cervantes in Dublin) entstanden. Die Auswahl der Fotos erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Eutropio Rodríguez aus Compostela als Herausgeber. Ton van Vliet: „Als ich die Fotos in Agolada machte, hätte ich nie gedacht, dass so viele Jahre später in einem Buch erscheinen würden”
Die Ausstellung ist vom 1. März 2026 bis 10. Mai 2026 im GrenzBlickAtelier im ps-raum zu sehen:
Öffnungszeiten – Sonntags, jeweils von 14.00 – 17.00 Uhr
An allen anderen Tagen auf Absprache
MÄRZ:
08.03.
22.03. – „Gespräch über die Fotografie“ mit Ton van Vliet und Joop van Reeken
29.03.
APRIL:
12.04. – Sing-along mit Olaf Symalla
19.04.
26.04. – Austausch zum Thema „Komposition in der Fotografie“
MAI:
03.05.
10.05. – Finissage
Adresse:
GrenzBlickAtelier im ps-raum
Bolandshof
Hahnenpatt 2 / Ecke Lange Fohre (Eingang)
D-46399 Bocholt-Suderwick
Fotocopyright: Ton van Vliet


