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Das GrenzBlickAtelier freut sich, eine ganz besondere Auswahl an Gemälden des niederländischen Künstlers Lex Pouw ausstellen zu dürfen. Unter dem Titel „Hier & Dort – Hier & Ginds“ wird der Betrachter auf eine Reise des Entdeckens und Sehens mitgenommen – von Amsterdam nach Belgien, in die Schweiz, nach Yemen, vom Hier bis ins Dort. Lex Pouw möchte mit seinen Landschaften und Stadtansichten die eigentliche Kraft der Malerei zeigen, aber ebenso den Blick öffnen für das, was darüber hinaus zu sehen ist.

 

Für Lex Pouw ist Malen in erster Linie ein Wiedererleben: sich erinnern, neu betrachten, sich etwas vorstellen. In seinem Leben hat Pouw viel von der Welt gesehen. Er reiste an besondere Orte, durchquerte Berge und Wüsten, wanderte über Gletscher und reiste übers Meer. Er streifte durch Städte, deren Zentren und Randgebiete. Viele dieser Eindrücke finden Eingang in seine Malerei. Fotos dienen ihm dabei als Ausgangspunkt. Sie rufen Erinnerungen wach: an Wärme und Kälte, an die Farbe des Lichts, an Weite und Größe. Manchmal bleibt ein Gemälde eng an seinem Ausgangsbild, mal entwickelt es ein Eigenleben. Seine Bilder sind eher realistisch. Doch manchmal lässt sich ein Gemälde von der Farbe mitreißen. Farben werden verändert, intensiviert oder bewusst übersteigert – und das Bild beginnt, impressionistischer zu wirken.

 

Lex Pouw entschied sich für Acryl, weil die Technik ein zügiges Arbeiten ermöglicht. Das kommt seiner Persönlichkeit entgegen: Pouw beschreibt sich selbst als leidenschaftlich und ungeduldig. Manchmal findet er unmittelbar den richtigen Zugang zu einem Motiv. Manchmal muss er seine Ungeduld jedoch zügeln. Dann wird Malen zu einem endlosen Ausprobieren und Ringen um die richtige Lösung. Malen ist für ihn auch eine körperliche Erfahrung, denn er arbeitet gerne im großen Format, wenn sein Arm weite Bewegungen macht und er sich vor der Leinwand hin und her bewegen kann. Auch geht es dabei darum, wie sich eine Farbe auftragen lässt und ob sie Widerstand leistet. Wie die Pinsel über die Leinwand streichen oder sich dabei manchmal geradezu widersetzen. Aber kleine Formate gehören gleichermaßen zu seinem Repertoire: Die feineren Bewegungen seines Handgelenks erinnern ihn an die Motorik beim Schreiben.

 

In seiner zweiten Lebenshälfte begann Lex Pouw zu malen. Zeichnen und Perspektive waren ihm nicht fremd: Als ausgebildeter Bauingenieur in Delft hatte er sich bereits intensiv mit diesen Grundlagen beschäftigt. Doch Malen ist etwas anderes. Es bedeutet, Farben zu suchen und zu mischen, genau hinzusehen und sich immer wieder zu fragen: Welche Farben sind tatsächlich zu sehen? Wie lässt sich Licht darstellen, wie Gegenlicht? Wie funktionieren Spiegelungen und Perspektive? Pouw eignete sich das Handwerk der Malerei Schritt für Schritt an.

Malen bedeutet für Lex Pouw schließlich auch, sich selbst und andere zum Sehen herauszufordern. Durch die Malerei hat er gelernt, genauer hinzuschauen, seine Umgebung bewusster wahrzunehmen und sich auf sie einzulassen. Das gilt nicht nur für ferne Orte, sondern auch für Landschaften und Stadbilder in seiner unmittelbaren Umgebung in den Niederlanden, wie das Wattenmeer, die Veluwe, Amsterdam. Mit der Zeit wurde ihm immer deutlicher, wie anspruchsvoll das Sehen ist. Es reicht nicht, einfach hinzuschauen. Man muss sich bewusst machen, was man eigentlich sieht. Diese Erfahrung möchte Pouw auch den Betrachtenden seiner Bilder vermitteln und diese an besondere Orte mitnehmen und sie dazu bringen, für einen Moment ganz in ihnen aufzugehen. Sie sollen Raum geben – um in einer Landschaft zu stehen, eine Straße entlangzugehen oder sich an einem Ort aufzuhalten. Dabei hofft Pouw, dass seine Bilder die Betrachtenden berührt. Dass sie in einem Gemälde mehr entdecken als das, was unmittelbar vor ihren Augen liegt. Vielleicht ist genau das für ihn die eigentliche Kraft der Malerei: nicht nur etwas zu zeigen, sondern den Blick zu öffnen für das, was darüber hinaus zu sehen ist.

 

Öffnungszeiten Ausstellung „Hier & Dort – Hier & Ginds“: 4. Oktober 2026 bis 24. Januar 2027
Sonntags, jeweils von 14.00 – 17.00 Uhr
An allen anderen Tagen auf Absprache

OKTOBER:
04.10. – Eröffnung um 15.00 Uhr
11.10.
18.10. – „Rilke“ – Lesung mit Klaus Cordes und Adrian Schabbel am Saxophon um 15.00 Uhr

NOVEMBER:
08.11. – Gespräch mit dem Künstler Lex Pouw über seine Malerei um 14.30 Uhr
29.11. – Adventliche Kunstpause am 1. Adventssonntag mit Thomas Klappstein (Autor) und ClaudiaK. (Sängerin) um 15. 30 Uhr

DEZEMBER:
05.12. – „Schöne Dinge Tag – Mooie Dingen Dag“ mit D/NL-Kunsthandwerk 14.00 – 17.00 Uhr
06.12. – „Schöne Dinge Tag – Mooie Dingen Dag“ mit D/NL-Kunsthandwerk 14.00 – 17.00 Uhr
13.12.

JANUAR:
17.01. – „Sing-Along“ – Mitsingnachmittag mit Olaf Symalla um 14.30 Uhr
24.01. – Finissage um 15.00 Uhr

Bildrechte: Lex Pouw

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